Leo

Erst wollte ich nur sehen ob ich es kann...

Norwegen 2026

Nach Brønnøysund

Als ich morgens aufwache, regnet es Bindfäden. Deshalb frühstücke ich im Wohnwagen. Nach dem Frühstück ist das Wetter etwas besser. Aber irgendwie hängen hier die Wolken so tief, dass man das Gefühl hat mit dem Kopf drinzustecken. Kora und ich drehen eine Rund um den Campingplatz und dann wird zusammengepackt.

Wegen des Wetters bin ich etwas frustriert und überlege schon, ob es nicht besser wäre wieder gen Süden zu fahren. Beim Studium der Karte sehe ich aber, dass es bis zum Torghatten, dem Berg mit dem Loch, nur noch 70 Kilometer und eine zwanzigminütige Fährfahrt sind. Ich fahre also weiter nordwärts. Nach etwa drei Stunden erreiche ich an der Fv 17 den Campingplatz Mosheim. Der sieht ganz nett aus und ist nicht weit vom Torghatten entfernt. Auch die Insel Vega kann ich von hier aus erreichen.

Eigentlich liegen mir Stadtbesichtigungen ja nicht so, aber die ganze Zeit im Wowa sitzen will ich auch nicht. Ich fahre nach Brønnøysund und laufe mit Kora ein wenig am Hafen entlang. Nebenbei erwerbe ich noch eine neue Fleecejacke.

Wieder auf dem Platz gibt es was zu futtern. Kora, die in den letzten Tagen ein bisschen geschwächelt hat, frisst ihre Portion mit Appetit. Ich meine auch.

Wenn sich das Wetter nicht bessert, fahre ich von hier wieder zurück, glaube ich. Im Regen herumlaufen hat auch nicht wirklich was. In der Planung dieser Reise gab es ja drei Hauptziele, die Insel Leka, den Torghatten und den Saltstraumen, einen der größten Gezeitenströme Europas. Der Saltstraumen ist aber kurz vor Bodø, also noch ca. 400 km nördlich. Ob es sich lohnt dafür, bei dem Wetter, 800 zusätzliche Kilometer zu fahren bezweifle ich. Von den Fjorden unterwegs sehe ich bei dem Wetter ja nicht viel. Außerdem besteht von hier aus die Möglichkeit über die RV 76 auf einer gut ausgebauten Straße Richtung Schweden zu reisen. Von Bodø aus müsste ich entweder über den Kystriksveien zurück, oder über andere Kleckerstraßen. Wahrscheinlich ist es auch sinnvoller in Südschweden oder Norddeutschland noch ein bisschen in der Sonne zu radeln. Aber das kann ich ja Morgen entscheiden.